Große 6 Prozent: Kampagne für die Eventus eG


Die Eventus eG baut Immobilien und verspricht Investoren daraus Gewinne. Doch ist sie kein Fonds, sondern eine Genossenschaft und wird auch dem Genossenschaftsrecht entsprechend streng überwacht.  In der Hamburger Agentur Cashcowfarmers entstanden dieser TV-Spot, die Website www.wir-bauen-vermoegen.de und eine Bannerkampagne, alles zur Leadgewinnung – alle mit dem einfachen Keyvisual einer großen Ziffer 6, und alle mit dem Claim "Wir. Bauen. Vermögen."

Zeitreise: Wie ich einmal einmal klüger war als Kulenkampff

Ich weiß ja, auf so eine Selbstdarstellungsseite gehören alle Erfolge. Und dann muss unweigerlich das scheinbescheidene Angeben damit folgen. Die folgende Geschichte allerdings enthält auch mindestens einen grandiosen Flop – der mir nach über 25 Jahren wahrhaftig nicht mehr peinlich ist. Und er gehört dazu.

Also los.

Irgendwann Ende der Achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts war ich als Texter bei der Hamburger McCann-Erickson angestellt. Zu den Kunden der Agentur gehörte auch IGLO-Langnese und hin und wieder wurden wir von denen auch zu Pitches eingeladen: also Präsentationen zu einer Aufgabenstellung, bei denen mehrere Agenturne gegeneinander antraten.
Damals wollte man Tiefkühlfertiggerichte gerade so bekannt machen und beliebt machen, wie sie heute allzu sind: Unsere Aufgabe 1989 waren also Tiefkühlgerichte namens "Delite-Menüs von IGLO"

Ich erinnere mich ungern an ein krudes Konzept für Fernsehspots, bei dem ein deutlich an James-Bond orientierter Geheimagent lässige Sprüche kloppt und verzehrfertige Speisen aus der Mittelkonsole seines Aston Martin zaubert – was die attraktive Damenwelt etc...
Geschenkt. Denn damit gewannen wir zwar die Präsentation und den Kunden, aber dann überlegte man sich bei Iglo, dass die Marke weniger als "convenient" beworben werden sollte, sondern eher als eine Art leichtes Wellness-Essen. Unser Tiefkühlbond starb einen frühen Tod und wir durften neu überlegen.

Dabei machten wir jede Menge Anläufe und sprangen mit unsren Ideen regelmäßig zu kurz oder gar in die falsche Richtung. Der Kunde war nicht übermäßig glücklich und teilte das auch der Agenturgeschäftsführung mit. Und die hatte gleich eine Lösung: Schließlich ist McCann-Erickson eine interationale Agentur, also "zaubern wir doch ein paar internationale Kreative aus dem Hut".

Gesagt, getan. Ein lautstarker CD aus London wurde eingeflogen, der gleich mal klarstellte, wie gute Werbung und jede Menge Konzepte entwickelte, die entweder schweineteuer oder illegal waren – damals durfte z.B. vergleichende Werbung nur in sehr enegen Grenzen stattfinden – auch waren die von ihm entwickelten Slogans und Claims fast durchgängig unübersetzbar. Das fand auch der Kunde, und eine reizende Creative Directrice kam aus Mailand zu uns: Sie hatte die tolle Idee, doch einfach einen eingängigen Jingle zu schreiben, und den unter einen etwas sinnfreien Zusammenschnitt von Szenen zu legen, in denen glänzende, glückliche Leute tanzen und Spaßhaben und Essen und überhaupt. Kurz gesagt: einen Tiefkühlgerichte-Remix der damals angesagten Bacardi-, Coca-Cola-, Beck's-Werbespots. Den mochte das IGLO-Marketing – ich entwickelte damals ernste Zweifel an der Intelligenz von Marketingleuten. Aber was konnte ich tun, außer dem Kunden das Bestellte zu bringen.

Tatsächlich also schrieb ich einen grottenpeinlichen Text zu einer Art "Happy Gospel", tatsächlich flog ich nach München in das Studio von Michelangelo La Bionda*, wo der "Song" aufgenommen und abgemischt wurde. Und tatsächlich musste ich dann nach Mailand, um mir den Quatsch von der Creative Directorin freigeben zu lassen.**
Um das Grauen zu vollenden, mussten wir aus dem Film sogar noch einen ganzseitige Anzeige machen – versuchen Sie mal, heiße Luft zu drucken. Das spürte selbst der Kunde und bestand dann wenigstens darauf, dass – kein Witz – sein Logo größer gemacht werden müsste. Es war alles furchtbar. Aber das Netz vergisst nicht – ich habe das Machwerk von Film gefunden.



Die Kampagne floppte grandios. Und wir durften wieder selber ran. Im Team Harald Prantner und Rainer Bollmann entwickelten wir einen Kampagne, bei der Hans-Joachim Kulenkampff*** die Rezepte der Delite-Menüs vorlesen sollte, als wären sie Literatur. Der Oberkunde war begeistert und fragte nur, wie teuer denn wohl der Star sein würde und, ob' das im Grunde nihct auch egal wäre?

Also wurde der legendäre Quiz- und Talkshow-Moderator gefragt – und schoss die Idee ab.
Er sähe sich lieber als Schauspieler und wir sollten ihm doch Rollen auf den Leib schreiben. Wir müssten uns auch keine Sorgen machen: er schriebe die Scripts auch gern um.
So geschah es. Wir produzierten eine kleine Reihe von Kurzdramen, die immer mit einer netten Pointe endeten – wobei ich die Texte schrieb und sie dann mit Kulenkampff abgestimmt wurden. Gern auch noch am Tag des Drehs. War DAS nervig! Beim hier vorgestellten Film z.B. fand unser Hauptdarsteller die Schluspointe gar nicht gut: "Da schreib ich ihnen was Bessers, Herr Thiessen."
Und ziemlich unmittelbar vor der ersten Klappe sagte er dann: "Ach, wir nehmen ihren Schluss. Nicht, dass mir der gefällt, aber mir ist kein besserer eingefallen."



Und so geschah es. Die Spots wurden produziert, 1990/1991 geschaltet und von einigen auch bemerkt – ehe ein neues Marketing das Mediabudget und die Markenschwerpunkte umschichtete und die Produktion von "Delite-Menüs" einstellte. Zugunsten des deftigen alten "Mein Leibgericht". (Beide Marken gibt es heute nicht mehr. Macht auch nichts. 

So, und nun zum scheinbescheidenen Angeben: Immerhin haben wir mit einem weiteren Spot dieser Kampagne beim ADC eine Auszeichnung gewonnen. Aber das steht auf einem anderen Blatt.




*Der heißt wirklich so. Michelangelo ist die eine Hälfte des musizierenden Bruderpaars "La Bionda", das irgendwann mal einen Disco-Hit namens "One for me, one for you" landete.
La Bionda lud mich abend noch ins Schumanns ein, wo ich dann noch Robert Palmer kennenlernte und mit seiner deutlich jüngeren Freundin plauderte, während der schon etwas gealterte Rockstar immer betrunkener wurde. Statt ihrer saß mir am nächsten Morgen Howard Carpendale im Bademantel gegenüber – am Nachbartisch. Die Frühstücksdame des Hotels erzählte mir auf Nachfrage, das mache der oft so.

**Nur so nebenbei: Mailand klingt natürlich super – aber nicht, wenn man Tag und frühen bis späten Abend in einem Studio rumsitzt und morgens gleich wieder nach Hamburg muss.

***Für die Jüngeren unter meinen Lesern: "Kuli" war einen Fernseh-Show-Legende und erreichte zu seinen besten Zeiten am Samstagabend Einschaltquoten in einer Höhe ein, über die Joko und Klass selbst mit Stelzen nicht gucken könnten.


Der Neuland Blog: Neue Marker, neue Posts

Ich mag die Produkte von Neuland. Und ich darf neue Produkte ausprobieren.
Das mag ich auch. Und dann schreib ich drüber. Mag ich.



 http://blog.neuland.com/5more-tones-of-grey/

Ein Klick führt zum Beitrag

(Der Klick auf ein Bild führt zum jeweiligen Beitrag im Neuland-Blog.)

Wortspiele für Immobilienmak!er

Die kleine (und ausgesprochen nette) Werbegentur Kernhaus hat Ende des Jahres an einem kleinen Pitch teilgenommen. Es ging um die Werbung für die Immobilienmakler der Sparkasse Stade/Altes Land. Einen der Vorschläge habe ich mitentwickelt und dabei das gemacht, was ich am liebsten mache: Worte.

So stand's in meinem Manuskript...


Kernhaus hat diese Idee weitergetrieben und in den neuen Sparkassenlook gebracht.
Und so den Pitch gewonnen. Glückwunsch.

Und siehe da, inzwischen sind die ersten Sachen auch schon veröffentlicht.




...und das ist draus geworden.

Schön, oder?

What goes up, must come down: Abschied vom Superhelden.

(Dies ist der definitiv letzte Post zum Superhelden, der die Kunden von Neuland in Jahr 2105 durchs Sortiment führte.) Der alte Katalog ist alt, der neue ist da, und damit setzt sich auch die von mir entworfene Werbefigur zur Ruhe.
Seinen Altersruhesitz hat er auf der (ebenfalls fast stillgelegten) Seite superhero-tools.com gekriegt, wo er sich mit einer Illustration verabschiedet.
Und weil mir die so einen Spaß gemacht hat, habe ich die Wolken im Hintergrund auch noch ein Bisschen zum Abschied wehen lassen – so bewegt sind sie.

Hier ist das Gif:

So, und jetzt Schluss damit.